Antifeminismus bekämpfen, Vielfalt schützen und stärken

19.03.2025  — Online-Redaktion Verlag Dashöfer.  Quelle: Lesben- und Schwulenverband (LSVD).

Zum 8. März rief der LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt e.V. zum gemeinsamen Kampf gegen antifeministische Strukturen auf. Antifeminismus manifestiert sich in vielfältigen Formen von Gewalt und Diskriminierung. Wir alle sind aufgerufen, unabhängig von unserem Geschlecht, zusammenzuhalten, um alltäglichem Antifeminismus entgegenzuwirken.

Dazu erklärt Alva Träbert aus dem Bundesvorstand des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt:

Antifeministische Strukturen sind tief in unserer Gesellschaft verankert. Sie äußern sich in kleinen Gesten der Abwertung, ungerechter Machtverteilung bis hin zu Diskriminierung und Gewalt. Antifeminismus richtet sich dabei nicht nur gegen Frauen, sondern gegen alle, die nicht den traditionellen Geschlechterrollen entsprechen. Es ist notwendig, dass insbesondere FLINTA* (Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, trans* und agender Personen) solidarisch zusammenstehen, um gemeinsam gegen Antifeminismus zu kämpfen. Unser Ziel muss eine Gesellschaft sein, in der alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht gleiche Rechte und Chancen haben, in der Vielfalt respektiert wird und jeder Mensch frei von Angst und Diskriminierung leben kann.

Antifeministische Akteur*innen versuchen weltweit mit Desinformationskampagnen die Lebensrealitäten von FLINTA* zu diskreditieren. Antifeminismus und Queerfeindlichkeit sind eng miteinander verwoben. Wir fordern deshalb konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt und Diskriminierung, aber auch von gezielten Falschinformationen: eine präzisere Erfassung von LSBTIQ*-feindlichen Straftaten auf Bundes- und Landesebene, den Ausbau von inklusiven Schutz- und Beratungsangeboten für Betroffene, einen effektiveren Schutz vor Hass im Netz sowie verstärkte Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen, die das Bewusstsein für die Vielfalt der Geschlechter stärken und antifeministische Narrative entkräften.

Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2023 938 Mädchen und Frauen Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten. Dies bedeutet, dass nahezu täglich ein Femizid in Deutschland verübt wird. Erschreckend ist, dass 80,6 Prozent dieser Taten im Zusammenhang mit partnerschaftlichen Beziehungen standen. Zudem wurden 52.330 Frauen und Mädchen Opfer von Sexualstraftaten, wobei über die Hälfte der Betroffenen unter 18 Jahre alt war. Diese Zahlen sind alarmierend und erfordern entschlossenes politisches Handeln.

Neben der Gewalt gegen Frauen verzeichnen wir auch einen Anstieg queerfeindlicher Hasskriminalität. Besonders betroffen sind trans- und intergeschlechtliche Personen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder Ausdrucksweise diskriminiert und angegriffen werden. Auch eine umfassende Studie der EU-Grundrechteagentur (FRA) aus dem Jahr 2020 zeigt, dass lesbische und bisexuelle Frauen in Deutschland weiterhin erheblichen Diskriminierungs- und Gewaltbelastungen ausgesetzt sind.

Der LSVD⁺ steht an der Seite aller Menschen im Kampf gegen Antifeminismus. Lasst uns gemeinsam für eine gerechte und vielfältige Gesellschaft kämpfen, in der jede*r frei und sicher leben kann.

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Bild: Cliff Booth (Pexels, Pexels Lizenz)

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